Integrations-Tools sollen den Datenschutz sichern - Software-Marktplatz

Integrations-Tools sollen den Datenschutz sichern

Auch wenn die Vorbereitungen für den Datenschutz vielerorts noch nicht ganz angeschlossen sind, erwarten sich Unternehmen davon geschäftliche Vorteile. Das zeigt eine Studie des Analystenhauses BARC.

Die europäische Verordnung zum Datenschutz (DSGVO, englisch: GDPR) möchten Unternehmen und Behörden in Europa dazu nutzen, mehr aus ihren Daten herauszuholen. Das zeigt die Studie „Managing Personal Data Beyond The GDPR“ (etwa: „Datenmanagement nach Inkrafttreten der DSGVO“) des Würzburger Business Application Research Center (BARC). Im Januar und Februar dieses Jahres haben die Analysten dazu mehr als 200 IT- und Unternehmensleiter mittelgroßer und großer europäischer Unternehmen in der Fertigungsbranche, im Dienstleistungs- sowie im öffentlichen Sektor telefonisch befragt.

Um Datentransparenz zu erreichen und Audits zu ermöglichen, planen 57 Prozent der Befragten die Anschaffung von Tools zur Datenintegration, 49 Prozent möchten in die Datenqualität investieren, unter anderem in Technologien für Reporting und Stammdatenverwaltung, und 47 Prozent evaluieren Technologien zur Verbesserung ihrer Data Governance.

Werkzeuge für die Datenintegration, Stammdatenmanagement und Reporting sowie Data-Governance-Technologie sind die meistgenannten Investitionsziele der Unternehmen in der BARC-Studie „Managing Personal Data Beyond The GDPR“ (etwa: „Datenmanagement nach Inkrafttreten der DSGVO“). Quelle: BARC

Bei der Datenschutz-Reife hapert es noch

Lediglich 19 Prozent der Befragten glauben, dass ihre Organisation umfassend vorbereitet sein wird auf die DSGVO, wenn diese am 25. Mai in Kraft tritt. Großbritannien sieht sich selbst mit 67 Prozent als die am besten auf die DSGVO vorbereitete Region, während die traditionell datensensiblen Länder Deutschland, Österreich und Schweiz mit 54 Prozent am wenigsten bereit sind. Im Branchenvergleich ist die Fertigungsindustrie am besten vorbereitet. Zum Zeitpunkt der Umfrage, rund zwei Monate vor Inkrafttreten, waren 60 Prozent der Unternehmen überzeugt, dass sie rechtzeitig bereit sein würden, während fast ein Drittel dies nicht mehr für machbar hielt.

Als das wahrscheinlich größte Hindernis für die DSGVO-Reife nannten 47 Prozent der Befragten organisatorische Probleme. An zweiter Stelle folgt die als mangelhaft wahrgenommene Praxiserfahrung. Das überrascht die Analysten kaum. Schließlich stelle es eine große Herausforderung dar, wachsende Datenmengen zu handhaben und gleichzeitig den Vorschriften der DSGVO gerecht zu werden.

Höhere Datenqualität und verbessertes Controlling als Ziele

Viele der befragten Unternehmen sind davon überzeugt, dass die DSGVO im Umgang mit Kundendaten geschäftliche Vorteile bringen wird. Der mit 36 Prozent am häufigsten erwartete positive Effekt ist schnellere Datenbereinigung und damit eine Verbesserung der Datenqualität. Andere erhoffte Vorteile sind bessere Entscheidungen in den Fachbereichen und besseres Controlling dank verlässlicherer Daten (33 Prozent), schnellere Nutzbarkeit der Daten und Wertschöpfung daraus (30 Prozent), besseres Kundenwissen und Marketing (28 Prozent) sowie eine beschleunigte Entwicklung neuer digitaler Produkte und Dienstleistungen (28 Prozent). Lediglich 1 Prozent der Teilnehmer ist der Meinung, dass die DSGVO keine Auswirkungen auf die Nutzung ihrer Kundendaten haben wird.

„Die DSGVO steht vor der Tür, und viele Unternehmen haben noch einige Hausaufgaben zu erledigen“, erläutert Timm Grosser, Head of Data Management und Analytics Consulting bei BARC. „Unsere Umfrageteilnehmer sind sich dessen bewusst, dass bei der Einhaltung der Datenschutz-Vorschriften das effiziente Datenmanagement eine Schlüsselrolle spielt.“ Trotz des teilweise hohen Aufwandes erwartet der BARC-Analyst, dass Unternehmen aus dem Datenschutz Vorteile ziehen: „Die DSGVO bietet neue Möglichkeiten, Daten Wert in Werte zu verwandeln. Datenmanagement ist erforderlich, um Daten – die neue Generation von Vermögenswerten – zu steuern, zu pflegen, zu nutzen und zu schützen.“ Jürgen Frisch